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Powerplay im Eishockey
Powerplay heißt Überzahl: Nach einer Strafe sitzt ein Spieler des bestraften Teams auf der Strafbank, und die andere Mannschaft spielt so lange mit einem Feldspieler mehr, meist zwei Minuten lang fünf gegen vier. Trifft das Team in Überzahl, endet eine kleine Strafe sofort.
Wie ein Powerplay entsteht
Im Eishockey stehen normalerweise fünf Feldspieler und ein Torhüter pro Team auf dem Eis. Begeht ein Spieler ein Foul, etwa Haken, Halten, Beinstellen oder einen Stockschlag, verhängen die Schiedsrichter eine Strafe. Der Spieler muss für die Dauer der Strafe auf die Strafbank und darf in dieser Zeit nicht ersetzt werden. Sein Team spielt in Unterzahl, das gegnerische Team hat das Powerplay.
Ein Team mit einem Spieler mehr kann den Puck in der Angriffszone halten, den Gegner laufen lassen und auf die freie Schussposition warten.
Die Strafarten und ihre Wirkung
| Strafe | Dauer | Überzahl für den Gegner? | Endet bei Gegentor? |
|---|---|---|---|
| Kleine Strafe | 2 Min. | ja | ja |
| Doppelte kleine Strafe | 2 + 2 Min. | ja | nur der laufende 2-Minuten-Teil |
| Große Strafe | 5 Min. | ja | nein, wird voll abgesessen |
| Disziplinarstrafe | 10 Min. | nein — der Spieler darf ersetzt werden | — |
Die Disziplinarstrafe ist der Sonderfall: Sie bestraft den Spieler, nicht das Team. Er muss zehn Minuten pausieren, seine Mannschaft darf aber sofort einen anderen Spieler aufs Eis schicken und spielt deshalb nicht in Unterzahl.
Werden gegen beide Teams gleichzeitig gleich viele kleine Strafen verhängt, gleichen sie sich aus: Beide Mannschaften dürfen die bestraften Spieler sofort ersetzen und spielen in voller Stärke weiter (IIHF-Regel 19.1). Die bestraften Spieler sitzen ihre Zeit trotzdem ab.
Wann das Powerplay endet
Ein Powerplay endet auf einem von zwei Wegen:
- Die Strafzeit läuft ab. Der Spieler kehrt aufs Eis zurück, es steht wieder fünf gegen fünf.
- Das Team in Überzahl erzielt ein Tor. Das gilt nur bei einer kleinen Strafe. Sie ist damit beendet, der Spieler darf zurück. Bei einer doppelten kleinen Strafe endet nur der gerade laufende Zwei-Minuten-Teil; bei einer großen Strafe endet gar nichts.
Trifft das Team in Unterzahl, spricht man von einem Unterzahltor. Es beendet die Strafe nicht: Die Mannschaft bleibt in Unterzahl, bis die Zeit abgelaufen ist.
Fünf gegen drei und gestapelte Strafen
Sitzen zwei Spieler desselben Teams gleichzeitig auf der Strafbank, entsteht ein Fünf-gegen-Drei. Mehr Überzahl gibt es nicht: Ein Team muss immer mindestens drei Feldspieler und den Torhüter auf dem Eis haben. Kassiert es in dieser Lage eine weitere Strafe, beginnt diese erst zu laufen, wenn eine der bisherigen abgelaufen ist. Die Strafen werden also hintereinander „gestapelt“.
Die verzögerte Strafe
Begeht ein Spieler ein Foul, während die gegnerische Mannschaft den Puck hat, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel nicht sofort. Er hebt den Arm und lässt weiterspielen, bis das foulende Team die Scheibe berührt. So wird das Team, das gefoult wurde, nicht um seinen Angriff gebracht.
In dieser Phase nimmt die angreifende Mannschaft häufig den Torhüter vom Eis und bringt einen zusätzlichen Feldspieler. Das Risiko ist gering: Sobald der Gegner den Puck berührt, wird unterbrochen. Trifft das gefoulte Team in dieser Zeit, entfällt eine angezeigte kleine Strafe (Regel 15.2).
Was in Unterzahl erlaubt ist
In Unterzahl darf ein Team den Puck aus der eigenen Hälfte über die gegnerische Torlinie schießen, ohne dass auf unerlaubten Weitschuss (Icing) entschieden wird. Für das Powerplay-Team bedeutet das, die Scheibe jedes Mal erst wieder aus der eigenen Zone holen zu müssen.
Powerplay-Quote und Unterzahl-Quote
Wie gut ein Team in Über- und Unterzahl ist, messen zwei Kennzahlen. Die Powerplay-Quote gibt an, wie viele Überzahlsituationen mit einem Tor enden. Die Unterzahl-Quote (Penalty Kill) gibt an, wie viele Strafen ohne Gegentor überstanden werden. Beide zusammen heißen „Special Teams“.
Wie weit die Werte auseinanderliegen können, zeigen die aktuellen Zahlen: Über alle Ligen mit veröffentlichten Werten reicht die Powerplay-Quote derzeit von 6,9 % bis 36,0 %.
Beste Powerplay-Quote
| Team | Liga | PP % |
|---|---|---|
| Düsseldorfer EG | DEL2 | 36,0 % |
| Kölner Haie | PENNY DEL | 35,0 % |
| Saale Bulls Halle | Oberliga Nord | 34,5 % |
| Ravensburg Towerstars | DEL2 | 33,3 % |
| Höchstadt Alligators | Oberliga Süd | 30,8 % |
Beste Unterzahl-Quote
| Team | Liga | PK % |
|---|---|---|
| Löwen Frankfurt | PENNY DEL | 95,8 % |
| KSW Icefighters Leipzig | Oberliga Nord | 91,2 % |
| Nürnberg Ice Tigers | PENNY DEL | 89,3 % |
| TecArt Black Dragons | Oberliga Nord | 87,9 % |
| Eisbären Berlin | PENNY DEL | 87,5 % |
Stand: 15.10.2026, 00:58 Uhr · Daten: PENNY DEL (penny-del.org), DEL2 (del-2.org), Deutscher Eishockey-Bund (deb-online.live). Früh in der Saison schwanken die Werte stark.
Grundlage sind die Spielregeln der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF), nach denen auch der Deutsche Eishockey-Bund spielt. Einzelne Ligen können Details in ihren Durchführungsbestimmungen abweichend regeln.
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Häufige Fragen
Was ist ein Powerplay im Eishockey?
Eine Überzahlsituation: Nach einer Strafe muss ein Spieler des bestraften Teams auf die Strafbank, die andere Mannschaft spielt für die Dauer der Strafe mit einem Feldspieler mehr. Das Team mit dem zusätzlichen Spieler hat das Powerplay, das andere spielt in Unterzahl.
Wie lange dauert ein Powerplay?
So lange wie die Strafe: zwei Minuten bei einer kleinen Strafe, vier Minuten bei einer doppelten kleinen Strafe, fünf Minuten bei einer großen Strafe. Bei kleinen Strafen endet das Powerplay vorzeitig, sobald das Team in Überzahl ein Tor erzielt.
Endet eine große Strafe bei einem Tor?
Nein. Eine große Strafe von fünf Minuten wird voll abgesessen, auch wenn das Team in Überzahl mehrfach trifft. Nur kleine Strafen enden mit einem Gegentor vorzeitig.
Gilt Icing auch in Unterzahl?
Nein. Ein Team, das in Unterzahl spielt, darf den Puck aus der eigenen Hälfte über die gegnerische Torlinie befördern, ohne dass auf unerlaubten Weitschuss entschieden wird.
Was bedeutet Fünf gegen Drei?
Zwei Spieler desselben Teams sitzen gleichzeitig auf der Strafbank, die Überzahl beträgt dann zwei Feldspieler. Weniger als drei Feldspieler plus Torhüter sind nicht erlaubt; eine dritte Strafe beginnt erst, wenn eine der laufenden abgelaufen ist.
Was ist ein Unterzahltor?
Ein Tor der Mannschaft, die gerade in Unterzahl spielt. Es beendet die laufende Strafe nicht. Das Team bleibt weiter in Unterzahl, bis die Strafzeit abgelaufen ist.
Wie wird die Powerplay-Quote berechnet?
Anzahl der Powerplay-Tore geteilt durch die Anzahl der Überzahlsituationen. Ein Team, das in 20 Powerplays 5 Tore erzielt, hat eine Quote von 25 Prozent.